Die große Wolke

Ein Wolkenhauch nach Marrakesch

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Die große Wolke, 90×80; Leinwand/Eitempera

Die Safari, die Carla Schäfer, noch im Träumen von Wüstenlandschaften und kleinen, teetrinkenden Mädchen beschäftigte, sollte nie Wirklichkeit werden. Sie saß fest im Kokon unrühmlicher, allerdings auch heilsamer, Erinnerungen an die 80er Jahre fest. Damals – ein Wort, das sich inzwischen erübrigt, denkt sie, denn allein die Filme aus jener Zeit schienen weit entfernte Epochen zu spiegeln, weiter in der Zeitrechnung zurück, als etwa eine Verfilmung der „Brüder Karamasov“. Allerdings war jenes „Damals“ noch jugendlich. Kein Apfelrot der Wangen, eher etwas Schmelzendes, Ungefähres, trotzdem Rebellisches. Unbedingt. Warum eine Safari unternehmen? Ein Flug nach Marrakesch und dann zu Fuß in die Wüste? Überall die weggeworfenen Relikte einer Touristenschar ohne Gewissen, die tristen, flatternden Zeugnisse billiger Getränkemarken in Dosen, versnickerte Papierfetzen, nichts umhüllende Plastikfähnchen: so fühlt sich Verwahrlosung an, dafür geht man nicht auf Safari. Und doch: der Zauber, des weit weg seins. Im Verschmelzen mit der Großen Wolke die eine, unerreichbar schwerelose Figur fliegen: ohne Teppich, ohne Netz in der Zeitlosigkeit, von all den Gesichtern umgeben, die jetzt zerfließen in zartesten Farben, die das Leben illustrieren und Gefühle hervorrufen, noch immer, im Schwebezustand.

Kraftwerk der Freude

Die Nachrichtenlage ist verworren, verrückt, verboten, verlogen, verbogen. Die Wahrheit eine Schneeflocke im Sommer. Tritt ein, tritt ein in das Haus der aufrichtigen Gefühle. Hab keine Angst vor Missmut. Ärger und Furcht haben keine Macht über dich. Erinnere dich: du betreibst ein Kraftwerk der Freude. Wenige Minuten am Tag musst du es füttern. Dazu reicht ein Tautropfen am Morgen.

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Rose von Jericho, Leinwand/Acryl, 40×50

„Die Welt, die monden ist“

… wie ein Schein
entsteht, ein weißer Schatten in dem Glanz
der Dunkelheit. Nun aber laß uns ganz
hinübertreten in die Welt hinein
die monden ist –

Aus Rainer Maria Rilke, Die Gedichte 1906 bis 1910 (Paris, vor dem 7. Februar 1909)

La Lune, 40×40; Leinwand/Öl&Kreide

Nachtrag:

Die wandelbare Mondwelt; blasser Schein irdischer Irrtümer, Mond, das Tor zum Frieden.

„Die Freiheit, frei zu sein“

Titel nach einer Schrift von Hannah Arendt, 1963

„Nur diejenigen, die die Freiheit von Not kennen, wissen die Freiheit von Furcht in ihrer vollen Bedeutung zu schätzen. und nur diejenigen, die von beidem frei sind, von Not, wie von Furcht, sind in der Lage, eine Leidenschaft für die öffentliche Freiheit zu empfinden (…)“ Hannah Arendt

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Das Gras des letzten Sommers; 30×40; Leinwand/Öl/Kreide

Täglicher Schreibanreiz
Worauf freust du dich im Hinblick auf die Zukunft am meisten?

Turbulenzen

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Turbulenzen, 40×40; Leinwand/Öl

Geistergewitter heißt es neuerdings: Donnergrollen bei sonnigem Himmel; am nächsten Morgen Erwachen in einer trüben schmutziggrauen Himmelsbrühe, dann gießen sich die Wolken leer. Stechende Sonnenstrahlen erzeugen mikroskopische Klarsicht; ermöglichen punktgenaues Hinschauen auf einen Riss an der Wand, auf Wasserbläschen im Vogelbad, auf ein erwachendes Grasbüschel. Pflanzenduft wird nach unten gedrückt. Ich erinnere mich an John C.B., gnadenloser irischer Streetfighter und Poet, der bei Turbulenzen im Anflug auf Heathrow plötzlich ganz still betete und meine Hand suchte, wie ein kleines Tier, das außer sich gerät und angesichts der aeronautischen Turbulenzen, zwischen Schutz- und Fluchtinstinkt hin und hergerissen ist.

Kleiner Steinbruch

Kleiner Steinbruch, 50×70; Leinwand/Öl

Der fränkische Steinmetz Johann Mühlbauer hielt sich in den 1880er Jahren in Carrara auf und nahm von dort die Idee mit, dass Engel im Stein wohnen. Er kam zurück nach Titting, zog in die fränkische Alp und heiratete dort ein sizilianisches Mädchen, das er in Carrara getroffen hatte. Sie entstammte einer großen, aber hoffnungslos verarmten Adelsfamilie und führte Mühlbauers Geschäfte für Grabmäler bis zum Ende des 1. Weltkrieges mit großem Erfolg.